Wer täglich 10 000 Schritte geht,
senkt den Blutdruck, halbiert das
Risiko einer Herzerkrankung und
vermindert die Gefahr, einen
Schlaganfall zu erleiden oder an
Diabetes zu erkranken.
Auch wenn Bluthochdruck eine ernst zu nehmende Gefahr für die Gesundheit
darstellt, sind Sie der Erkrankung nicht hilflos ausgeliefert. Bewegung,
richtige Ernährung, Normalgewicht und eine insgesamt gesunde Lebensweise
helfen, Bluthochdruck zu vermeiden bzw. zu senken. Selbst wenn Sie
bereits in Behandlung sind und eine medikamentöse Therapie verordnet
bekommen haben, ist eine Änderung des Lebensstils ratsam.
Sport als Gefäßtraining: Sport ist
gesund und macht gute Laune. Und das Beste ist: Es ist nie zu spät,
damit anzufangen. Doch leider entwickeln sich die Deutschen mit
zunehmendem Alter immer mehr zu Bewegungsmuffeln. Jenseits der 50
treiben 16 Prozent der Bevölkerung Sport, ab 60 sind es noch 13
Prozent und über 65 Jahre nur noch 7 Prozent. Wer aber lieber auf
dem Sofa sitzt, als einen Spaziergang zu machen, wird schneller
alt und krank. Regelmäßige Bewegung beugt den typischen Zivilisationskrankheiten
vor und ist das optimale Training für Ihre Gefäße. Denn auch wenn
es paradox klingt, da der Blutdruck bei Belastung kurzfristig in
die Höhe schnellt – auf Dauer senkt Sport den Blutdruck.
Laufen Sie dem Bluthochdruck davon – sich regen
bringt Segen! Vor allem dann, wenn Sie durch
regelmäßige Bewegung die Medikation reduzieren
können.
Die Gründe sind einleuchtend: Ausdauertraining weitet die
Blutgefäße, so dass das Blut wieder ungestört fließen kann.
Dadurch sinken die Blutdruckwerte. Gleichzeitig kommt
Sport dem Herzen auch direkt
zugute, da er die Pulsfrequenz
reduziert. Der Körper arbeitet
insgesamt ökonomischer, das
Herz muss weniger leisten.
Zudem verlieren Ausdauersportler Gewicht, bauen Muskulatur auf,
scheiden über den Schweiß Kochsalz aus und verbessern ihre Cholesterinwerte.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben bewiesen, dass regelmäßige
Bewegung den oberen Blutdruckwert um 12 bis 15 mmHg, den unteren
um 6 bis 8 mmHg senkt.
Die richtige Sportart: Bevor Sie nun
mit dem Training loslegen, sollten Sie Ihren Arzt fragen, inwieweit
Sie sich belasten dürfen. Einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System
haben vor allem Ausdauersportarten wie Wandern, Radfahren, Joggen
oder Walken. Als ideales Ganzkörpertraining für jedermann empfiehlt
sich Nordic Walking. Das sportliche Gehen mit Stöcken verbessert
die Kondition, kräftigt Beine und Oberkörper und schont gleichzeitig
die Gelenke. So kommen Sie Schritt für Schritt in Form.
Sportarten mit hohem Kraftaufwand oder Wettkampfcharakter
sind für Bluthochdruckpatienten hingegen tabu. Dazu
gehören Ballspiele, Kampfsport oder Bodybuilding, da hier
extrem hohe Blutdruckspitzen erreicht werden, die das Herz
be- statt entlasten.
Viele Sportvereine bieten Herzpatienten ein spezielles
Training unter ärztlicher Aufsicht an.
Allgemeine Grundsätze für das Training:
Wenn Sie bisher eher zu den „Stubenhockern“ gehörten, sollten Sie
sich schleunigst auf die Beine machen. Drei bis vier Trainingseinheiten
à 40 Minuten pro Woche genügen, um die beschriebenen Effekte zu
erzielen.
Als Faustregel für ein moderates Ausdauertraining gilt: Trainingspuls
= 180 minus Lebensalter. Nach wie vor aktuell ist auch der Slogan
„Laufen ohne zu schnaufen“ der Trimm-Dich-Bewegung aus den 70er
Jahren. Wer sich beim Sport noch unterhalten kann, vermeidet Überlastung.
Wenn Sie trotzdem auf Nummer sicher gehen wollen, behalten Sie auch
während des Trainings Puls und Blutdruck im Auge.
In Ländern wie Italien, Griechenland
oder Spanien stehen täglich
Gemüse, Fisch, Reis oder Nudeln
sowie hochwertiges Olivenöl auf
dem Speiseplan. Studien belegen,
dass die Menschen dort seltener an
Herzbeschwerden und Krebs
erkranken.
Der Mensch ist, was er isst. Kein Wunder, dass eine ausgewogene
Ernährung die Basis für den Erhalt unserer Gesundheit
bildet. Umgekehrt ist Übergewicht als Folge falscher Essgewohnheiten
die Wurzel
wenn nicht allen, dann
doch zumindest vielen
Übels. Denn wer zu viele
Pfunde mit sich herumschleppt, hat ein erhöhtes Risiko für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arterienverkalkung, Diabetes,
erhöhte Blutfettwerte, Krebs und auch Bluthochdruck.
Jedes Kilo überflüssiges Körperfett bedeutet für das Herz
Mehrarbeit. Bereits eine Gewichtsreduktion um 1 Kilogramm
senkt den oberen Blutdruckwert um 2 mmHg, den unteren um
1 mmHg. Jetzt einfach weniger zu essen, ist allerdings der
falsche Weg, weil es auf die richtige Auswahl und Zusammensetzung
der täglichen Nahrung ankommt.
Hier die wichtigsten Ernährungstipps:
- Greifen Sie bei Obst und Gemüse nach Herzenslust zu.
Mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst
empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Wissenschaftliche Studien belegen, dass sich die in Obst und
Gemüse enthaltenen Inhaltsstoffe positiv auf die Gesundheit
auswirken. Menschen, die viel Obst und Gemüse essen, erkranken
seltener an Bluthochdruck, Krebs oder Diabetes mellitus.
- Geben Sie Vollkornprodukten den Vorzug – sie liefern
wertvolle Inhaltsstoffe und machen länger satt. Das wirkt sich
wiederum positiv auf Ihr Gewicht aus.
- Ersetzen Sie fettreiche durch fettarme Produkte. Statt der
empfohlenen 70 Gramm Fett pro Tag nehmen die Deutschen
fast doppelt so viel zu sich. Vorsicht vor versteckten Fetten in
Wurst, Gebäck und Fertigprodukten! Lebensnotwendig sind
hingegen die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die eine
wichtige Rolle im Stoffwechselgeschehen spielen, die Blutgefäße
schützen und den Blutdruck senken.
- Reduzieren Sie den Verbrauch von Kochsalz, der ebenfalls
deutlich über den DGE-Empfehlungen liegt. Würzen Sie Ihre
Speisen stattdessen mit
Kräutern und vermeiden Sie
stark salzhaltige Lebensmittel wie Suppenwürfel, Wurstwaren, Knabbergebäck oder Mineralwasser
mit einem hohen Natriumgehalt.
- Alkohol schadet nicht nur der Leber, sondern treibt auch
den Blutdruck in die Höhe. Schon nach zwei Flaschen Bier
steigen die Werte durchschnittlich um 10 mmHg systolisch
und 5 mmHg diastolisch an. Das Gläschen in Ehren kann
Ihnen niemand verwehren –
mehr sollte es aber auch
nicht sein.
- Auch wenn Koffein bei gesunden Menschen keine Hypertonie
auslöst, sollten Risikopatienten ihren Kaffeekonsum auf
drei Tassen pro Tag beschränken und dabei beachten, dass
Kaffeegenuss den Blutdruck zumindest kurzfristig anhebt.
Feste Rituale machen es
leichter, sich die wohlverdiente
Auszeit zu gönnen.
So weiß jeder: Diese Pause
gehört Ihnen!
Der Erhalt der Gesundheit ist eine lebenslange Aufgabe und
eine Frage des persönlichen Lebensstils. Was kennzeichnet nun
eine gesunde Lebensweise? Sicherlich stehen Bewegung und
Ernährung an oberster Stelle, wie wir in den beiden letzten
Kapiteln gesehen haben. Wer zudem Risikofaktoren wie Stress
oder Nikotin vermeidet, wird mit Vitalität und Lebensfreude
belohnt.
Wie schädlich Stress
ist, hängt davon ab,
ob Sie ihn positiv oder
negativ erleben. Chronischer Stress durch berufliche Überlastung,
familiären Ärger oder ein falsches Zeitmanagement
begünstigt Bluthochdruck. Auch dauerhafte Lärmbelästigung
und Angstsituationen belasten Psyche und (Herz-)Gesundheit.
Unsere Tipps zum Stressabbau:
- Gehen Sie frühzeitig zu Bett, um genügend Schlaf zu
bekommen.
- Planen Sie gezielt Erholungsphasen ein, indem Sie zum
Beispiel jeden Abend einen Spaziergang machen oder sich mit
einem guten Buch in Ihren Lieblingssessel zurückziehen.
- Erlernen Sie ggf. Techniken zur Stressbewältigung wie autogenes
Training, Yoga oder progressive Muskelentspannung.
Entsprechende Kurse werden z. B. von den Krankenkassen oder
Volkshochschulen angeboten.
- Sagen Sie auch mal Nein – zu Verwandten, Freunden oder
Kollegen.
- Wer Ärger in sich hineinfrisst und ständig unter Spannung
steht, isst auch unkontrolliert. Das macht sich auf der Waage
bemerkbar und schadet Ihrem Herzen.
- Ersetzen Sie Stress nicht durch Freizeitstress.
Rauchen ist gefährlich. Das weiß heutzutage jeder. Doch wussten Sie auch, dass
mehr Raucher an Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sterben
als an Lungenkrebs? Schon eine Zigarette erhöht den Blutdruck bis
zu zwei Stunden lang. Kein Wunder, dass Kettenraucher ständig auf
180 sind. Nikotin verursacht Arteriosklerose. Da auch Bluthochdruck
die Gefäße schädigt, schreitet die Arterienverkalkung mit all ihren
lebensbedrohlichen Folgen bei rauchenden Hypertoniepatienten noch
schneller voran. Doch zum Glück ist es nie zu spät, mit dem Rauchen
aufzuhören. Schon wenige Tage nach der letzten Zigarette verbessern
sich Sauerstoffversorgung, Blutzirkulation und damit das körperliche
Wohlbefinden. Nach zwei Jahren ohne Glimmstängel ist das Herzinfarktrisiko
wieder auf normale Werte gesunken.
Weniger ist mehr - und zwar in jeder Hinsicht.
So erhalten Sie Ihre Lebensqualität bis ins hohe
Alter.
Wer sich nun vornimmt, all diese
Empfehlungen von einem Tag auf
den anderen umzusetzen, mutet sich
sicherlich zu viel zu. Doch wenn Sie
Ihr Verhalten Schritt für Schritt
ändern, körperliche Fitness, Entspannung
und eine schlanke Küche
als Tagesordnungspunkte einplanen und insgesamt offen für
ein neues Leben sind, werden Sie sich nicht nur in jeder Hinsicht
wohler und gesünder fühlen, sondern dürfen auch weiterhin
in Maßen genießen.
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